Taschenbücher
Taschenbücher sind die preisgünstige Alternative zu Hardcoverbüchern und sind aufgrund ihres vergleichsweise geringen Preises für die Breite Masse der Leseratten bestimmt. Taschenbücher kommen für gewöhnlich kurze Zeit nach Erscheinen des Hardcovers auf den Buchmarkt und sind neben ihrem geringen Preis bei der Leserschaft auch aufgrund ihres Kleinformates sehr beliebt, da sie sowohl gut zu transportieren, wie auch leicht zu lesen sind. Gerade auf Reisen sind Taschenbücher eine sehr beliebte Alternative zu den teureren Bänden.In Deutschland sind die ersten Taschenbücher in den 40er Jahren erschienen. Zwar hatte damals der “Rowohlt Verlag” die Lizenz der Besatzungsmächte für den Buchdruck erhalten, jedoch war das Papier für den Buchdruck knapp und so fand der “Rowohlt Verlag” eine erste Lösung darin, dass er zwischen 1946 und 1949 auf kostengünstigem Zeitungspapier und dem dementsprechend unhandlichen Zeitungsformat in großen Auflagen druckte. Das Endprodukt dieses rationalisierten Druckverfahrens waren die “Rowohlts Rotations-Romane” kurz: RO-RO-RO. Für damals lediglich fünfzig Pfennig (umgerechnet knapp fünfundzwanzig Cent) wurden die ersten einhunderttausend Exemplare erfolgreich verkauft. Die ersten vier gedruckten Taschenbücher waren:
“In einem anderen Land” von Ernest Hemingway
“Schloss Gripsholm” von Kurt Tucholsky
“Taifun” von Joseph Conrad und
“Der große Kamerad” von Henri Alain-Fournier
Von dieser preisgünstigen Art des Buchdrucks angetan wurden ab 1950 vom “Rowohlt Verlag” die ersten Taschenbücher in der Art produziert, wie wir sie heute kennen. Die kleinen, elf bis achtzehn Zentimeter großen Büchlein waren mit Hilfe des verbilligten Klebeverfahrens “Lumbecken” (nach Emil Lumbeck) nicht mehr einzeln geheftet, sondern geklebt. Bis zum Band 451 der rororo-Taschenbücher im Jahre 1961 wurden die Büchlein rückseitig mit einem Leinenband beklebt, woraus später das Sammelgebiet der “Leinenrücken” entsprang.
Nach dem großen Erfolg der rororo-Taschenbücher aus dem Hause “Rowohlt” erschienen ab 1950 auch in anderen Verlagshäusern Taschenbücher. Die bekanntesten Taschenbuchverlage sind der “Wilhelm Heyne Verlag”, “Bastei-Lübbe”, “S. Fischer Verlag”, “Goldmann Verlag” und “Suhrkamp”. Inzwischen gibt es noch diverse andere, kleinerer Taschenbuchverlage.


