Romane
Der Roman hat sich im neunzehnten Jahrhundert als Langform der schriftlich fixierten Erzählungen herausgebildet. Die Fiktionalität eines geschriebenen Textes ist zumeist die meistgenannte Eigenschaft eines Romans, ist jedoch als Definitionskriterium nicht ausreichend. Geschichtsfälschungen bieten beispielsweise Fiktionen, also vom Autor gestaltete Realitäten, jedoch tun sie dies mit einem anderen Hintergrund, als die Romane.“Amadis” steht mit seinen vielen Bänden als typisches Beispiel für die von den Romantikern des siebzehnten Jahrhunderts angemahnten “grausamen Längen” von Romanen. Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie. Ihre Bestimmung ist nicht bloß, alle getrennten Gattungen der Poesie zu vereinigen und die Poesie mit der Philosophie und Rhetorik in Berührung zu setzen. Sie will und soll auch Poesie und Prosa, Genialität und Kritik, Kunstpoesie und Naturpoesie bald mischen, bald verschmelzen, die Poesie lebendig und gesellig und das Leben und die Gesellschaft poetisch machen, den Witz poetisieren und die Formen der Kunst mit gediegenem Bildungsstoff jeder Art anfüllen und sättigen und durch die Schwingungen des Humors beseelen. Sie umfasst alles, was nur poetisch ist, vom größten, wieder mehrere Systeme in sich enthaltenden Systeme der Kunst bis zu dem Seufzer, dem Kuss, den das dichtende Kind aushaucht in kunstlosem Gesang.
Nachdem sich im achtzehnten Jahrhundert die epische Länge des Romans wieder an Legitimität erfreute, kam es sowohl in der spanischen, als auch englischen Literatur zur abstrusen Entwicklung, dass das Wort für “Kurzgattung” zunehmend Romane in üppiger Länge bezeichnete und in beiden Sprachen das neue Wort für die ursprüngliche Novelle benötigt wurde. Die Fotos für einen Roman entsehen bei einem Fotoshooting und sind deshalb qualitativ hochwertig.


